Mahnwache 12.8.2010


Der Hebammen-Protest geht weiter!

 

Hamburg, 12. August 2010
 
Mahnwache der Hamburger Hebammen:
 

Hamburgs Hebammen sehen schwarz für junge Familien

 
An der Mahnwache der Hamburger Hebammen auf der Reesendammbrücke beim Jungfernstieg am 12.August 2010 nahmen 20 bis 30 Hebammen und Mütter mit Babys teil.
 
Politische Unterstützung bekamen die Hebammen bei der Mahnwache von der Bundestaggsabgeordneten der SPD, Frau Aydan Özoguz, die sich in Berlin für die Interessen von Hebammen und jungen Familien einsetzen will:
„Die freiberuflichen Hebammen in Deutschland brauchen endlich eine
vernünftige und gesicherte Vergütung. Ich unterstütze die Forderungen der
Hebammen. Hebammen sind ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Gesellschaft, für Schwangere und junge Mütter ist die Hebamme vor und nach der Geburt eine enge und wichtige Ansprechpartnerin. Als Mutter habe ich das selbst erfahren dürfen.“
 
Wegen der dramatisch gestiegenen Haftpflichtprämien hat bereits ein Zehntel der Hamburger Hebammen, die freiberuflich Beleg-Geburtshilfe anbieten, ihre Verträge zum 1. Juli gekündigt. Damit wird es in Hamburg künftig noch schwieriger sein, eine Beleghebamme zu finden. Zudem wird diese individuelle Geburtshilfe künftig nur wohlhabenden Familien vorbehalten sein. Die Hebammen werden über eine Anhebung der Rufbereitschaftspauschale einen finanziellen Ausgleich schaffen, so dass eine Geburt die Familien mehr als 500 Euro kosten kann.
 
Susanne Lohmann und Maja Häuser, Vorsitzende des HebammenVerbandes Hamburg, weisen darauf hin, dass eine flächendeckende Versorgung mit Hebammenhilfe unter den jetzigen Arbeits- und Einkommensbedingungen nicht möglich ist. Ein gesetzlicher Sicherstellungsauftrag sei nötig, damit Frauen weiterhin entscheiden können, wie und wo sie ihre Kinder zur Welt bringen.
Sie fordern eine deutliche Gebührenerhöhung, damit Hebammen ihren Lebensunterhalt mit ihrer Arbeit sichern können, auch wenn Betriebsausgaben wie die Haftpflichtprämien steigen.
 
 
 
Susanne Lohmann
Vorsitzende des HebammenVerbandes Hamburg e.V.
Seewartenstraße 10, Haus 2
20459 Hamburg
Tel: 040-48 54 31
Mail: post@hebammen.info