Aktuelles


Weltstillwoche 2010 vom 04.-10.102010 in Deutschland

Das Motto der diesjährigen Weltstillwoche lautet:
Stillen - Nur zehn Schritte! Der babyfreundliche Weg

Damit ist diesjährige Weltstillwoche ein hervorragender Anlass, um auf die Wichtigkeit des Stillens und einer guten Begleitung des Stillstarts aufmerksam zu machen sowie für die Bedeutung des Bondings zu sensibilisieren. Der Bogen kann von Plakaten, Infotischen bis hin zu Fachveranstaltungen reichen.

Dazu geben Beispiele aus früheren Jahren einige gute Anstöße:

• Studierende der Fachhochschule FH-Campus Wien, „Studiengang Hebamme“ bemühten sich im Rahmen der Weltstillwoche, Frauen, die zur Geburtsvorbereitung in die Semmelweis-Frauenklinik kommen, für das Thema Bonding zu sensibilisieren. Dies geschah durch die Gestaltung eines emotional ansprechenden Plakates, das durch einen Folder mit weiterer Hintergrundinformation ergänzt wurde.
Eine Möglichkeit, Eltern die Vorgänge beim Bonding-Prozess plastisch vor Augen zu führen, ist es, einen Vergleich zum Sich-Verlieben von Erwachsenen zu ziehen. Auf diese Weise soll spürbar und emotional nachvollziehbar werden, welche Bedürfnisse Verliebte bezüglich ihrer Umgebung und auch bezüglich der Art ihrer Begegnung haben.
Desweiteren sind Eltern beeindruckt, wenn die Hebamme detailreich erzählt, wie optimal jedes einzelne Sinnesorgan des Neugeborenen dafür ausgestattet ist, den Kontakt zu seinen Eltern aufzunehmen.
Wichtig sind auch Informationen zur Wirkungsweise des Hormons Oxytocin sowie zur Wichtigkeit des ersten Stillens. Hebammen sowie alle anderen Mitarbeiterinnen auf Geburtenabteilungen können sich zudem gemeinsam für eine Atmosphäre und Strukturen einsetzen, die Bonding gezielt unterstützen. Dies beginnt mit der entsprechenden Information der Eltern und setzt sich in klaren Standards für die Abläufe und Bildungsangebote fort.

Weitere Möglichkeiten für Aktionen zur Weltstillwoche sind:
• Infostände zum Thema „Stillen und Bonding“ an verschiedenen Orten
• Fotoausstellungen zum Thema „Stillen und Bonding“
• Filmvorführungen zum Thema „Stillen und Bonding“
• Frühstück, Stillcafe oder Babytreff mit Vortrag zur Bedeutung des Stillens und/oder Stillquiz für Eltern mit attraktiven Preisen/Tombola
• Anleitung der Eltern durch Hebammen zum sicheren Handling des Säuglings oder zum Binden eines Tragetuchs
• Einrichtung von Stillecken mit Stillberatung in öffentlichen Räumen, z.B. Kliniken
• Beratung der schwangeren und stillenden Frauen bei allen Fragen rund um Stillstart, Stillen und Berufstätigkeit, Ernährungs- und Beikostfragen oder den Umgang mit Stillhilfsmitteln
• Ausstellung der schönsten Stillbilder, die in der Klinik zur Welt gekommen sind. Hierzu waren die Eltern eingeladen, bis Ende September ein Foto vom Bonding oder Stillen ihres Babys – in der Klinik oder zu Hause – einzusenden.

Der DHV wird zur Weltstillwoche 2010 ein eigenes Poster sowie Postkarten drucken, die demnächst über den HVH bezogen werden können.

Weitere Informationen sowie ein Aktionspaket zur Weltstillwoche werden ab August 2010 bei der AG Babynahrung zu erhalten sein.
Link zur Webseite: http://www.babynahrung.org

Download Text (pdf): Zehn Schritte zum erfolgreichen Stillen

 

Leserbrief an „Eltern“ zum Artikel von Sabine Maus „Die neue Babyernährung“, Eltern Heft 2/2010

Es ist gut zu wissen, dass ausschließliches Stillen in den ersten vier Monaten vorbeugend gegen Allergien wirkt. Da in Deutschland generell weniger und kürzer gestillt wird, als die WHO  empfiehlt, (sechs Monate ausschließlich und dann weiterstillen bis zum zweiten Geburtstag), möchten wir jedoch auf folgende Aspekte hinweisen: 

1.        Die positiven Wirkungen des Stillens sollten nicht auf die Allergieprävention reduziert werden, da Lebensmittel ohnehin nur zu einem geringen Anteil für die Auslösung von Allergien verantwortlich sind. Viel größere Gefahren gehen vom Rauchen, Passivrauchen und von Umweltschadstoffen (z.B. durch Renovierung des Kinderzimmers vor der Geburt) aus.

2.        Beikost bedeutet vor allem, dass während der allmählichen Einführung anderer Nahrung weiterhin gestillt wird und dass gerade im zweiten Lebenshalbjahr das Weiterstillen das Immunsystem und die gesamte Entwicklung des Kindes optimal unterstützt. 

3.        Ausschlaggebend für die Bereitschaft des Kindes andere Nahrung als Muttermilch zu essen, ist nicht nur das Alter von mindestens vier Monaten, sondern die gesamtmotorische Entwicklung. Viele Kinder sind erst mit einem halben Jahr (oder später) bereit für andere Nahrung. Und das ist völlig in Ordnung.

4.        Länger als vier Monate ausschließlich zu stillen ist anscheinend als Allergieprävention unwirksam. Daraus den Umkehrschluss zu ziehen, dass eine längere Stilldauer der kindlichen Gesundheit abträglich wäre, ist falsch und wird durch keine Studie belegt.

Die Beauftragten für Stillen & Ernährung im Deutschen Hebammenverband e.V.,

Lisa Fehrenbach, Deutscher Hebammenverband, fehrenbach@hebammenverband.de

Christine Landgraf, Hebammenverband Baden Württemberg

Ulrike Zimmek, Bayerischer Hebammenlandesverband

Anja Constance Gaca, Berliner Hebammenverband

Katja Gilbert, Hebammenverband Brandenburg

Daniela Thiel, Hebammenlandesverband Bremen

Regine Gresens, Hebammenverband Hamburg

Tatjana Nicin, Landesverband Hessen

Elfriede Rieckhoff, 2. Vorsitzende, Landeshebammenverband Mecklenburg-Vorpommern

Aleyd von Gartzen, Hebammenverband Niedersachsen

Alice Semmler, Landesverband der Hebammen in Nordrhein –Westfalen

Relindis Bartels, Hebammenlandesverband Rheinland-Pfalz

Claudia Schwan, Saarländischer Hebammenverband

Edeltraut Hertel, Sächsischer Hebammenverband

Angela Schönfeldt, Hebammenverband Schleswig-Holstein

Beate Riebold, HLV Thüringen

 

Hamburger Stillempfehlungen

Zielpatenschaft Stillförderung veröffentlicht wichtige Broschüre

Die Zielpatenschaft Stillförderung der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. (HAG) hat die Broschüre „Hamburger Stillempfehlungen“ veröffentlicht. Hier finden Professionelle rund ums Thema Stillen (Frauenärzte/innen, Kinder- und Jugendärzte/innen, Hebammen sowie Still- und Laktationsberaterinnen) aktuelle Empfehlungen zur Behandlung von Stillproblemen.

Download Pressemeldung (pdf): Hamburger Stillempfehlungen